Unterschied zwischen Option und Optionsschein

Häufig werden die beiden Begriffe Optionen und Optionsscheine synonym verwendet. Tatsächlich beschreiben sie aber unterschiedliche Dinge. Der Handel mit einer Option kann nur auf speziellen Terminbörsen durchgeführt werden. Ein Optionsschein wird von einer Bank herausgegeben und kann direkt bei Emittenten und an Parkettbörsen ge- und verkauft werden.

Die Pflichten und Rechte des Verkäufers

Der Verkäufer (Stillhalter) der Option bekommt von dem Käufer der Option ein Entgelt. Dieses wird auch als Optionsprämie bezeichnet. Er hat damit eine Short-Position. Er geht die Verpflichtung ein, dass er dem Käufer der Option den entsprechenden Basiswert liefert, den Basiswert der Option abnimmt oder einen Barausgleich vornimmt, wenn der Inhaber der Option diese zu dem festgelegten Termin ausübt.

Die Pflichten und Rechte des Käufers

Der Käufer hat die Long-Position. Damit erhält er das Recht, einen Basiswert zu den festgelegten Bedingungen zu verkaufen oder zu kaufen. Gleichermaßen ist er dazu verpflichtet, eine Prämie zu zahlen. Bei Fälligkeit der Option kann er diese entweder ausüben, glatt stellen oder verfallen lassen. „Glattstellen“ heißt, dass durch den Käufer eine Umwandlung der Long-Position in eine Short-Position vorgenommen wird. Damit wird er zum Verkäufer.

Der Verfallstag

Der Verfallstag beschreibt den Tag, an dem ein Optionsschein verfällt. Wenn an den Finanzmärkten wichtige Futures oder Optionen verfallen, spricht man vom sogenannten „Hexensabbat“. Dieser Tag findet jedes Jahr im März, Juni, September und Dezember jeweils an jedem dritten Freitag statt. Für Anleger bedeutet dies, dass sie an den Börsen mit sehr hohen Kursschwankungen rechnen müssen.

Was ist ein Basiswert?

Bei einem Basiswert, auch als Underlying bezeichnet, handelt es sich um einen Wert, auf den sich Optionen oder Optionsscheine beziehen. Im Optionshandel kommen folgende Basiswerte zum Einsatz:

  • Aktien
  • Indizes
  • Anleihen
  • Währungen
  • Energie
  • Rohstoffe
  • Nahrungsmittel

Ein Anleger kann beispielsweise eine Option auf einen bestimmten Rohstoff erwerben, indem er mit dem Verkäufer die Vereinbarung trifft, dass eine bestimmte Menge dieses Rohstoffs zu einem festgelegten Preis und zu einem festen Termin gekauft wird.

Leerverkäufe als Sonderfälle

Bei Leerverkäufen handelt es sich um Optionen, die ohne vorhergehenden Kauf durchgeführt werden können. Zu beachten ist aber, dass diese Variante des Optionen-Handels nicht mit Optionsscheinen möglich ist. Die Leerverkäufer haben das Ziel, später Optionen günstiger erwerben zu können. Die Anleger partizipieren dann an der Differenz zwischen dem Verkaufs- und dem Kaufpreis. Leerverkäufe entwickeln sich anschließend zu Short-Positionen. Anleger sollten ferner bedenken, dass Leerverkäufe sehr spekulativer Natur sind und an den Aktienmärkten häufig zu großen Verschiebungen führen können. Denn Spekulanten setzen durch die Verkäufer auf fallende Preise. Zwar können die Börsenhändler damit oft eine hohe Rendite erzielen. Kommt es hingegen zu einem Anstieg der Preise, müssen die Händler aufgrund der Short-Position zahlen. Mitunter können sehr hohe Verluste durch Leerverkäufe entstehen, wenn ein Anleger sehr viele Optionen auf diesem Wege erwirbt.

 

Wie werden Optionen bewertet?

Die Preise für Optionen bestimmen sich nach diversen Faktoren:

  • Basiswert-Entwicklung: Hier wird berücksichtigt, wie sich ein Basiswert über einen bestimmten Zeitraum entwickelt hat.
  • Restlaufzeit einer Option: Es ist davon auszugehen, dass Optionen mit kürzerer Laufzeit im Preis voraussichtlich steigen werden, weil es leichter absehbar ist, wie sich die Preise künftig entwickeln können.
  • Zinsen: Auch die Zinsen, die für die Basiswerte entrichtet werden müssen, nehmen auf den Preis Einfluss.
  • Dividenden: Der Optionspreis wird zudem davon beeinflusst, welche Dividenden für Aktien bezahlt werden.
  • Volatilität des Marktes: Hierbei spielt eine Rolle, wie stark ein Basiswert von Schwankungen betroffen ist.
  • Angebot und Nachfrage: Generell kann der Wert einer Option durch eine hohe Nachfrage steigen.

Der innere Wert von Optionen

Optionen lassen sich anhand des inneren Wertes bestimmen:

  1. Optionen „in the money“: Die erste Variante sind Optionen „im Geld“. Davon spricht man, wenn der aktuelle Kurs eines Basiswertes bei einem Call über dem Basispreis liegt. Eine Option ist auch bei einem Put „im Geld“, wenn der aktuelle Kurs eines Basiswertes unter dem Basispreis liegt.
  2. Optionen „out of the money“: Wenn der aktuelle Kurs eines Basiswertes über dem Basispreis des Puts oder unter dem Basispreis des Calls liegt, gibt es keinen inneren Wert. Damit ist die Option „aus dem Geld“.
  3. Optionen „at the money“: In diesem Fall sind der aktuelle Kurs und der Basispreis identisch, sodass es keinen inneren Wert gibt.